5-DM-Gedenkmünzen als Sammelfreude

Das Münzsammelfieber in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland war ausgebrochen. Seit Einführung ist das Sammelgebiet der 5-DM-Gedenkmünzen ein historisch abgeschlossenes und somit noch hochwertiger. Während der Zeit, als die Deutsche Mark die offizielle Landeswährung war, bis zur Einführung es Euro wurden insgesamt 87 DM-Gedenkmünzen geprägt, 43 davon waren 5-DM-Gedenkmünzen.

Die Prägeanstalten

Gedenkmünzen der BRD wurden ursprünglich von vier Prägeanstalten hergestellt:

  • Dem Bayerischen Hauptmünzamt in München
  • Der Staatlichen Münze Stuttgart
  • Der Staatlichen Münze Karlsruhe
  • Der Hamburgischen Münze

Nach dem Ende der DDR und der Deutschen Wiedervereinigung kam noch eine fünfte Prägeanstalt hinzu:

Der aus der ehemaligen Münze Berlin (DDR), der seit 1990 unter dem Namen Staatliche Münze Berlin prägt

Die auf der Wertseite der Gedenkmünze befindlichen Kürzel verrieten, woher die Sammlermünzen stammten:

A = Berlin
D = München
F = Stuttgart
G = Karlsruhe
J = Hamburg

Die technischen Daten bis 1979

Die 5-DM-Gedenkmünze hat einen Durchmesser von 29  mm und eine Dicke von 2,07  mm. Ihr Gewicht betrug bis zum 24. September 1979, an dem die Gedenkmünze „Otto Hahn“ herausgegeben wurde, 11,2  Gramm (7 Gramm fein). Der Silbergehalt lag bei 62,5  %.

Die technischen Daten nach 1979 bis 2001

Das Gewicht der 5-DM-Silbermünze wurde auf 10 Gramm reduziert und eine Kupfer-Nickel-Legierung mit Nickelkern verwendet. Der Umtauschwert einer 625er-5-DM-Silbermünze liegt bei 2,56 und der Silberwert bei 3,50. Die Kupfernickellegierung bei einem Umtauschwert von 2,56.

Die Motive der 5-DM-Sammlermünzen

Die Menge der 5-DM-Gedenkmünzen war stark limitiert, um ihren Sammlerwert zu steigern. Zwar waren sie immer mindestens ihren Nennwert, also die Wertzahl auf der Münze wert und als Zahlungsmittel innerhalb Deutschlands gültig, wurden aber wohl kaum bis gar nicht als solche verwendet. Die Wertseite der Mark-Stücke zeigt immer den Bundesadler in unterschiedlich stilisierter Gestalt, die immer dem Thema der Motivseite angepasst wurde. Ebenfalls immer auf der Wertseite steht die Wertzahl mit dem Nennwert der Gedenkmünze „5“ und der Schriftzug „Deutsche Mark Bundesrepublik Deutschland“. Die Bildseite zeigt immer ein anderes Motiv, das dem Anlass der Prägung entspricht. Als Motive wurden besonders geschichtsträchtige Ereignisse in der BRD gewählt. Hier ist eine Auflistung aller bis zur Einführung des Euro geprägten 5-DM-Gedenkmünzen, die es immer als Silbermünzen aus Feinsilber und als Kursmünzen mit geringer Wertigkeit gab.

Name der 5-DM-Gedenkmünze Anlass Jahreszahl Auflage davon in Spiegelglanz
Germanisches Museum Nürnberg Jahrhundertfeier 1952 200.000 < 3000
Friedrich von Schiller 150. Todestag 1955 200.000 < 3000
Ludwig Wilhelm Markgraf von Baden 300. Geburtstag 1955 200.000 < 3000
Joseph Freiherr von Eichendorff 100. Todestag 1957 200.000 < 3000
Johann Gottlieb Fichte 150. Todestag 1964 500.000 5.000
Gottfried Wilhelm Leibniz 250. Todestag 1966 2.000.000 75.000
Wilhelm und Alexander von Humboldt 200. Geburtstag 1967 2.000.000 60.000
Friedrich Wilhelm Raiffeisen 150. Geburtstag 1968 4.082.500 140.000
Johannes Gutenberg 500. Todestag 1968 3.030.000 100.000
Max von Pettenkofer 150. Geburtstag 1968 3.030.000 100.000
Theodor Fontane 150. Geburtstag 1969 3.070.000 170.000
Gerhard Mercator 375. Todestag 1969 5.004.000 200.000
Ludwig van Beethoven 200. Geburtstag 1970 5.000.000 200.000
Reichsgründung 100. Jahrestag 1971 5.000.000 200.000
Albrecht Dürer 500. Geburtstag 1971 8.000.000 200.000
Nikolaus Kopernikus 500. Geburtstag 1973 8.000.000 250.000
Frankfurter Nationalversammlung (1848) 125. Wiederkehr 1973 8.000.000 250.000
25 Jahre Grundgesetz 25. Jahrestag 1974 8.000.000 250.000
Immanuel Kant 250. Geburtstag 1974 8.000.000 250.000
Friedrich Ebert 50. Todestag 1975 8.000.000 250.000
Europäisches Denkmalschutzjahr Jahr des Denkmalschutzes 1975 8.000.000 250.000
Albert Schweitzer 100. Geburtstag 1975 8.000.000 250.000
Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen 300. Todestag 1976 8.000.000 250.000
Carl Friedrich Gauß 200. Geburtstag 1977 8.000.000 250.000
Heinrich von Kleist 200. Geburtstag 1977 8.000.000 258.920
Gustav Stresemann 100. Geburtstag 1978 8.000.000 259.120
Balthasar Neumann 225. Todestag 1978 8.000.000 259.120
150 Jahre Deutsches Archäologisches

Institut

150. Gründungstag 1979 8.000.000 259.120
Otto Hahn 100. Geburtstag 1979 5.350.000 350.000
Kölner Dom 100 Jahre Vollendung 1980 5.350.000 350.000
Walther von der Vogelweide 750. Todestag 1980 5.350.000 350.000
Gotthold Ephraim Lessing 200. Todestag 1981 6.850.000 350.000
Heinrich Friedrich Carl Reichsfreiherr

von und zum Stein

150. Todestag 1981 6.850.000 350.000
Umweltkonferenz der Vereinten

Nationen in Stockholm 1972

10. Jahrestag 1982 8.350.000 350.000
Johann Wolfgang von Goethe 150. Todestag 1982 8.350.000 350.000
Karl Marx 100. Todestag 1983 8.350.000 350.000
Martin Luther 500. Geburtstag 1983 8.350.000 350.000
Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 150. Jahrestag der

Gründung

1984 8.350.000 350.000
Felix Mendelssohn Bartholdy 175. Geburtstag 1984 8.350.000 350.000
Europäisches Jahr der Musik Jahr der Musik 1985 8.350.000 350.000
150 Jahre Eisenbahn in Deutschland 150-jähriges Jubiläum 1985 8.350.000 350.000
600-jähriges Bestehen der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg 600-jähriges Bestehen 1986 8.350.000 350.000
Friedrich der Große 200. Todestag 1986 8.350.000 350.000

(Quelle: Deutsche Bundesbank)

Die zwei Qualitäten der Gedenkmünzen

  • Spiegelglanz

Münzen in Spiegelglanzprägung (SP oder Englisch: Proof like = PL) durchlaufen, ähnlich wie Münzen mit Polierter Platte (PP oder Englisch: Proof),  ein sehr aufwendiges Herstellungsverfahren. Dieses Verfahren ist schon in der Herstellung teurer als der Nennwert der Münzen mit Stempelglanz („st“, „stgl.“ oder Englisch: Brillant Uncirculated „BU“) die in einfacherer Produktion mit minderwertigeren Materialien hergestellt werden.
Der Unterschied zwischen Gedenkmünzen mit Spiegelglanz und solchen mit Polierter Platte besteht nur in dem verwendeten Rohling (Ronde). Während für Sammlermünzen mit Polierter Platte polierte Stempel und polierte Ronden benutzt werden, werden bei Spiegelglanzmünzen nur polierte Stempel verwendet. In beiden Fällen ist es ein sehr aufwendiges Verfahren und durch die geringen Auflagenzahlen auch ein sehr teures. Die Prägeautomaten müssen in mehreren Arbeitsschritten prägen, um ein makelloses Münzbild herstellen zu können.
Die 5-DM-Spiegelglanz-Sammlermünzen bestanden, mit Ausnahme einer Goldmünzen-Auflage, bis 1979 aus 625er Feinsilber. Das bedeutet, dass sie zu 625 Teilen (Tausenteile, Kürzel Tt.) aus Silber und 375 Teilen aus Kupfer bestanden. Nach 1979 wurde die Materialqualität aus Kostengründen gesenkt und die Spiegelglanzqualität aus Münzmetall nun bestehend aus einer Kupfer-Nickel-Legierung mit Nickelkern (Schichtwerkstoff) hergestellt.

  • Stempelglanz

Münzen in der Qualität Stempelglanz werden auch Kursmünzen genannt. Münzen, die den Erhaltungsgrad Stempelglanz (Englisch: Brillant Uncirculated „BU“) innehalten, wurden in Normalprägung produziert. Das bedeutet, dass die Münzen vollautomatisch und in großen Mengen hergestellt wurden und von wesentlich geringer Wertigkeit als die Silbermünzen sind. Sie wurden zum Nennwert der Münze ausgegeben. Auch diese 5-DM-Gedenkmünzen erstrahlen in metallischen Glanz. Für Sammler sind sie deshalb interessant, da sogenannte Kursmünzensätze, alle Münzen eines Jahrgangs in Stempelglanz-Kursmünzen beinhalten und so nie im Umlauf waren und keine Beschädigungen aufweisen.

Nachprägungen

Zunächst einmal muss man unterscheiden, ob es sich um eine legitime Nachprägung, auf der das neue Prägejahr steht, handelt oder eine illegale die, so wie sie früher geprägt wurde, nachgeprägt wurde. Da die ersten Münzen in geringer Auflage geprägt wurden, sind sie dementsprechend wertvoll und rar. Da die D-Mark kein offizielles Zahlungsmittel ist, seit der Euro eingeführt wurde, ist die illegale Kopie kein Falschgeld mehr, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit, was Fälschern, die es auf gut gefüllte Sammler-Portemonnaies abgesehen haben, Tür und Tor öffnet. Die Gedenkmünzen, die mit neuer Jahreszahl geprägt wurden, sind zwar völlig legal, haben aber auch kaum Abnehmer. Wenn Münzsammler sie kaufen, dann eher, weil ihnen eine Münze noch in ihrer Sammlung fehlt und sie, bis sie die echte Gedenkmünze ergattert haben, eine Nachbildung als Platzhalter brauchen.

Auch die Aufbewahrung ist wichtig

Die Stempelglanzmünzen gab es ganz ohne Verpackung bei der Ausgabestelle. Die 5-DM-Spiegelglanz-Gedenkmünzen wurden zunächst in losen Münztaschen ausgegeben. Ab 1969 wurden die Münzen in Folie eingeschweißt, welche den Nachteil hatte, dass die Münzen anliefen, da für die Folie ein ätzender Weichmacher verwendet wurde, der mit dem Silber reagierte. 1971 wurde deshalb als Verpackung zur Aufbewahrung eine Vakuumverpackung aus Hartplastik mit Noppen eingeführt. Diese Noppenfolie wurden später ab 1985 noch mit einem goldenen Bundesadler versehen. 1997 war auch das Münzzeichen der Prägeanstalt mit auf der Noppenfolie. 1998 gab es, aufgrund der Erhöhung des Silbergehalts auch noch eine wertigere Verpackung in Form von einem Blister, der alle fünf Prägeanstalten der Ausgabe zeigte. Sammler wären jedoch nicht Sammler, wenn es nicht seit der Auflage der ersten Münze, schon hochwertiges Münzzubehör gäbe. Diese Alternativen zur Aufbewahrung in Form von Münzkassetten und Sammleralben in allen erdenklichen Formen und Farben – je nach Sammlergeschmack.

Schon Kaiser Augustus sammelte Münzen

Die Numismatik, auch Münzkunde genannt, ist die Kunde vom Geld und dessen Geschichte. Hobby-Münzsammler nennen sich auch gerne Numismatiker, obwohl dies einen wissenschaftlichen Background voraussetzen würde. Das Wichtigste für Numismatiker sind Münzen und münzverwandte Objekte. Die Stempelanalyse ist die Methode mit der Münzen in der Regel untersucht werden. Hierbei wird analysiert, wie die unterschiedlichen Stempelkombinationen angeordnet sind, um auf die Reihenfolge der Münzprägung zu schließen. Typologie und Stilanalyse sind ebenso wichtige Methoden der Numismatiker. Durch sie können Rückschlüsse auf Chronologie und Münztyp zugelassen werden. Die Geschichte der Numismatik führt zurück zu Kaiser Augustus, der wohl vor mehr als 2000 Jahren ein Münzsammler war und sich mit alten königlichen Münzen beschäftigte. Ob er auch von der 5-DM-Gedenkmünze angetan gewesen wäre? Bestimmt.