Zehn D-Mark Gedenkmünze – beliebtes Sammelobjekt

Heutzutage zeigt sich unverändert unter Sammlern eine hohe Nachfrage nach den 10 D-Mark Gedenkmünzen. Insbesondere das angesprochene Münznominal zum Anlass der Olympischen Spiele in München verzeichnete eine Steigerung ihres Wertes. Im weiteren Verlauf folgen detaillierte Informationen über die zeitliche Entstehung des Sammelgebiets der Gedenkmünzen im Ausgabewert von zehn Deutschen Mark.

Beginn der Gedenkmünzen mit 5 DM Nominalwert

Als verlässliche und stabile Währung steht die Deutsche Mark in enger Verbindung mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Ergänzend zu den als Zahlungsmittel konzipierten Umlaufmünzen veröffentlichte der Bund bis zur Ablösung der D-Mark durch den Euro die unterschiedlichsten Gedenkmünzen. Die erste Gedenkmünze im Wert von fünf Deutschen Mark erschien zum Anlass des 100-jährigen Jubiläums des Germanischen Nationalmuseums.

Die von 1953 bis 1957 ausgegebenen ersten vier Serien der Gedenkmünzen erreichen einen ausgesprochen hohen Sammlerwert. Der Grund dafür stellt die geringe Auflage von jeweils 200.000 Stück dar. Danach erhöhte die Bundesrepublik sukzessiv die Anzahl der geprägten Exemplare. So erschien beispielsweise die 5-DM-Gedenkmünze anlässlich des 150. Geburtstags von Theodor Fontane (1969) in einer Auflage von über drei Millionen Stück, die Münze zur Erinnerung an den 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1971) in einer Auflage von fünf Millionen.

Erste 10 DM Gedenkmünzen anlässlich der Olympischen Spiele emittiert

Die mit den hohen Auflagen zusammenhängen abnehmende Akzeptanz der 5 DM Gedenkmünze veranlasste die Bundesrepublik, den entsprechenden Nominalwert bei der Prägung von Gedenkmünzen einzustellen. Stattdessen findet die Ausgabe von Gedenkmünzen seit 1987 ausschließlich mit dem Nominalwert von zehn Deutschen Mark statt.

Allerdings beginnt die Geschichte der 10 DM Gedenkmünze bereits früher. Zum Anlass der Olympiade in München im Jahr 1972 veröffentlichte der Bund insgesamt fünf Versionen einer Sammlermünze im Wert von jeweils zehn DM. In jeder der angesprochenen fünf Serien erschienen 20 Millionen Exemplare. Aufgrund der besagten hohen Auflage gilt die 10 DM Gedenkmünze zur Olympiade 1972 zu den bekanntesten und weit verbreiteten Motiven. Mit insgesamt 100 Millionen Stück handelt es sich um die Gedenkmünzen mit der höchsten emittierten Auflagenzahl.

Die Ausgabe der 10 DM Erinnerungsmünzen zu den Olympischen Spielen erfolgte ab 1970. Auf eine Münze mit der Strahlenspirale folgte eine Version, bei denen zwei verschlungene Arme eine Seite der Gedenkmünze zieren. Die dritte Serie, die am 8. Dezember 1971 erschien, stellt eine Gruppe von Sportlern dar, während die vierte Gedenkmünze einen Ausschnitt aus den olympischen Sportstätten im Austragungsort München zeigt. Auf der fünften Gedenkmünze befinden sich das Olympische Feuer, die charakteristischen fünf Ringe und eine Spirale. Hinsichtlich des Materials bestehen die ersten Gedenkmünzen im Wert von zehn Deutschen Mark aus 62,5 Prozent Silber und 37,5 % Kupfer. Auf der Waage erreichen die Münzen 15,5 Gramm bei einem Durchmesser von 32,5 Millimeter.

Reguläre Einführung der zehn DM Gedenkmünze im Jahr 1987

Nach der auf die Olympischen Spiele in München begrenzten 10 DM Gedenkmünze kehrte der Bund zunächst zu den 5 DM Exemplaren zurück. Erst nach deren Einstellung im Jahr 1986 veröffentlichten die Verantwortlichen ausschließlich Gedenkmünzen im Nominalwert von 10 DM.

Die Ausgabe der ersten 10 DM Gedenkmünze seit den Olympischen Spielen in München datiert auf den 30. April 1987. Als Anlass diente die 750-Jahr-Feier von Berlin. Hinsichtlich der Auflagezahlen entschied sich der Bund für 8.000.000 Stück in Stempelglanz und 350.000 Stück in Spiegelglanz. Das stimmt mit den veröffentlichten Exemplaren der 5 DM Gedenkmünze seit 1982 überein. Auf der Motivseite zeigt die Münze den Umriss des Berliner Bären. Sein Fell besteht aus Häuserfassaden, durch den Körper zieht sich eine an die Berliner Mauer angelehnte Trennlinie. Der Bundesadler auf der Wertseite setzt sich aus zahlreichen kleinen Ziegelsteinen zusammen. Er repräsentiert ebenfalls die Mauer.

Eine Besonderheit für die Prägung anlässlich der 750-Jahr-Feier von Berlin stellt der Ausgabezeitrum dar. Im Gegensatz zu den vorherigen Münzen legen die Verantwortlichen zwei unterschiedliche Tage für die Veröffentlichung fest. In Berlin erhalten Sammler die Münze ab dem 30. April 1987, dagegen beginnt der Umlauf im restlichen Gebiet der Bundesrepublik erst am 9. September.

Rückkehr zum Silber mit der 10 DM Gedenkmünze

Darüber hinaus gibt es einen weiteren bedeutenden Unterschied im Vergleich zu den vorherigen Gedenkmünzen mit fünf DM. Die seit 1980 herausgegebenen 5 DM Gedenkmünzen bestehen aus 75 Prozent Kupfer und 25 Nickel. Durch das fehlende Silber enthalten die Münzen kein Edelmetall mehr. Aus Ursache gilt die Silberspekulation, in deren Folge die Materialkosten der Gedenkmünzen über ihren Nominalwert stiegen.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung, auf das Edelmetall zu verzichten, stand eine Gedenkmünze anlässlich des 100. Geburtstags von Otto Hahns kurz vor ihrer Veröffentlichung. Infolgedessen kam es zur Einschmelzung der bereits geprägten Exemplare. Lediglich wenige Münzen mit Silber gelangten in den Umlauf. Deren exakte Anzahl gilt als unbekannt. Allerdings flacht das Interesse der Sammler an den Gedenkmünzen in den nächsten Jahren ab. Erst mit der Rückkehr zum Silber im Jahr 1987 erhöht sich die Nachfrage wieder.

Wiedervereinigtes Deutschland: Berlin prägt Gedenkmünzen

Im Jahr 1991 ergibt sich im Hinblick auf die Prägeanstalten eine durch die Wiedervereinigung bedingte Mauer. Bis dahin stammen die Gedenkmünzen aus dem Bayrischen Hauptmünzamt München (D), der Staatlichen Münze Stuttgart (F), der Staatlichen Münze Karlsruhe (G) oder der Hamburgischen Münze (J). Die auf der Münze abgedruckten Buchstaben ermöglichen den Rückschluss auf die Prägeanstalt. Durch die Wiedervereinigung komplettiert die Münze Berlin mit dem Kürzel „A“ die Liste der Prägestätten.

Die Ausgabe der ersten Gedenkmünze aus der Berliner Prägestatte erfolgt am 18. Dezember 1991. Das ausschließlich in der neuen Bundeshauptstatt geprägte Exemplar zeigt das Brandenburger Tor und die Randschrift „Deutschland einig Vaterland“. Rund um das abgebildete Tor steht: „Das Brandenburger Tor – Symbol der deutschen Einheit“. Als Anlass dient der 200 Jahre zurückliegende Bau des Wahrzeichens der Bundesrepublik Deutschland. Hinsichtlich der Auflagezahlen kommen 450.000 Exemplare in Spiegelglanz und 8.400.000 Exemplare in Stempelglanz in den Umlauf.

Der Bund gibt bis 1997 insgesamt 23 verschiedene Stück der 10 DM Gedenkmünze mit 62,5 Prozent Silber und 37,5 Prozent Kupfer heraus. Dabei zeigt sich eine abnehmende Auflage zum Ende hin. Die am 6. November 1997 veröffentlichte Gedenkmünze zum Anlass des 200. Geburtstags von Heinrich Heine existiert in der Stempelglanz-Prägung 2.990.000 Mal.

Erhöhung des Silberanteils in der 10 DM Gedenkmünze

Daraufhin ändert sich die Zusammensetzung des Materials der Gedenkmünze im Wert von zehn Deutschen Mark. Fortan setzt sich die 10 DM Gedenkmünze aus 92,5 Prozent Silber und 7,5 Prozent Kupfer zusammen. Der Durchmesser bleibt bei 32,5 Millimeter, auch das Gewicht ändert sich nicht. Der Umstieg auf die höherwertige und daher teurere Legierung hängt bereits mit dem geplanten Wechsel auf die Euro-Währung zusammen.

Das zuständige Bundesfinanzministerium verfolgt zu diesem Zeitpunkt schon die Planung, nach dem Währungswechsel die Gedenkmünzen mit dem Nominalwert von zehn Euro beizubehalten. Das entspricht allerdings umgerechnet mehr als zehn Deutscher Mark, was folglich mit einem Preisanstieg der Sammlermünzen einhergeht. Aus diesem Grund treffen die Verantwortlichen die Entscheidung, auf eine teurere Legierung zu setzen.

Als erste Serie mit der neuen Zusammensetzung des verwendeten Materials (925er Silber) gilt die Gedenkmünze mit dem Motto „350 Jahre Westfälischer Friede“. Ihre Ausgabe datiert auf den 12. März 1998. In der Stempelglanz-Prägung erschien besagte Version insgesamt 3,5 Millionen Mal.

Sinkende Auflagezahlen zum Ende der Geschichte der zehn Deutsche Mark Gedenkmünze
Zum Ende hin reduzierte der Bund die Auflagenhöhe. Die vorletzte Gedenkmünze im Wert von zehn D-Mark erscheint in einer Menge von 2.500.000 Stück in der Stempelglanzprägung. Bei der letzten Gedenkmünze vor der Einführung des Euros sinkt die Auflage auf zwei Millionen Exemplare (Stempelglanz). Sie widmet sich dem 50-jährigen Bestehen des Bundesverfassungsgerichtes.

Spiegelglanz-Prägung mit höherem Sammlerwert

Die vorgestellten 10 DM Gedenkmünzen existieren in zwei unterschiedlichen Qualitätsstufen. Neben der herkömmlichen Stempelglanzprägung gibt es den Prägegrad des Spiegelglanzes. Letzterer richtet sich explizit an Münzsammler. Der Verkauf der in Folie eingeschweißten Exemplare in polierter Platte fand ausschließlich bei der damaligen Bad Homburger Verkaufsstelle für Sammlermünzen statt. Für Sammler lautet die Empfehlung, die Spiegelglanz-Münzen nicht aus ihrer Verpackung, einer genoppten Spezialfolie, herauszubrechen.

Dagegen erfolgte die Anlieferung der „herkömmlichen“ Stempelglanz-Versionen an die ausgebenden Geldinstitute in einer gewöhnlichen Rolle aus Papier. Die Herausgabe an Interessierte erfolgte zum Nennwert von zehn Deutscher Mark. Bei der Spiegelglanz-Prägung überschreitet der beim Verkauf verlangte Kaufpreis den Nennwert der Münze. Daher zählen die entsprechenden Exemplare nicht zum offiziellen Münzumlauf.